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Zwischenräume

»Wir brauchen ein neues Leitbild« – oder nur den Mut, ehrlich hinzuschauen?

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Eine alte Berliner Fassade spiegelt sich in einer modernen Bürofront

Ein neues Leitbild kann Orientierung geben. Bevor es formuliert wird, lohnt sich eine Bestandsaufnahme: Was steht bereits im bestehenden Text? Was davon ist im Alltag erkennbar? Und wo erleben Beschäftigte einen Widerspruch?

Werte an Situationen prüfen

Eine Beispielsituation: Im Leitbild steht Transparenz. Eine wichtige Veränderung wird jedoch erst bekanntgegeben, nachdem alle Entscheidungen gefallen sind. Für die Beteiligten kann der Wert dadurch unglaubwürdig wirken. Zu klären wäre, welche Informationen früher hätten geteilt werden können und welche Grenzen tatsächlich bestanden.

So wird aus einem abstrakten Wert eine Frage an das tägliche Handeln:

  • Woran zeigt sich dieser Wert in einer konkreten Entscheidung?
  • Wann gelingt es bereits, ihm zu entsprechen?
  • Wo stehen andere Anforderungen dagegen?
  • Was müsste sich an Abläufen oder Zuständigkeiten verändern?

Anspruch und Erfahrung zusammenbringen

Das Ergebnis kann ein überarbeitetes Leitbild sein. Es kann ebenso eine konkrete Vereinbarung sein, mit der ein bestehender Anspruch im Alltag nachvollziehbarer wird. Welche Arbeit nötig ist, zeigt sich erst in der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der Beteiligten.

Ich begleite solche Gespräche mit Aufmerksamkeit für unterschiedliche Sichtweisen und für die Bedingungen, unter denen Entscheidungen entstehen. Ein Leitbild wird dabei zum Gegenstand der Verständigung und zur Grundlage, an der sich Handeln prüfen lässt.

Ein offener Rahmen lässt den Blick auf eine unvollkommene Wand frei

»An welcher Entscheidung lässt sich erkennen, was uns wichtig ist?«

Welchen Satz aus Ihrem Leitbild würden Sie gern mit einer konkreten Alltagssituation verbinden?